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Über Thripse (II): Entwicklung & Flug

Die Thysanopterenseite von Dr. Manfred

Die postembryonale Entwicklung verläuft über zwei fraßaktive Larvenstadien und zwei bzw. (bei den Phlaeothripidae) drei Nymphenstadien, die zwar beweglich sind, jedoch keine Nahrung aufnehmen. Abb. 1 zeigt die Zweitlarve von Parthenothrips dracaenae.

 

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Je kleiner Insekten sind, desto skurriler sind ihre Flügel gestaltet (Abb. 2: linker Vorderflügel von Parthenothrips dracaenae). Man kann dies mit stömungsphysikalischen Gegebenheiten, die man als Reynolds-Abhängigkeit zusammenfasst, in Verbindung bringen. Der klassische Tragflügel der Insekten funktioniert danach nur bei größeren Formen, die sich rasch genug durch die Luft bewegen. Je kleiner die Tiere und je langsamer ihr Flug, desto ungünstiger wird für sie die normale Aerodynamik. So nutzen auch Thysanopteren nicht ihre Eigengeschwindigkeit, um Auftrieb zu gewinnen, sondern die Viskosität der Luft. Die kleinsten Formen fliegen, als ob sie in zähem Honig schwimmen würden. Für eine derartige Fortbewegung sind Fransenflügel besonders gut geeignet. Auch die Flügelführung unterscheidet sich von der größerer Insekten: sie erinnert eher an ein Flossenschlagen eines Fisches. Die hierfür erforderliche Flexibilität der Flügel wird dabei durch eine nahezu vollständige Reduktion der Flügeladern erreicht.

Dass diese der Physik entnommenen Überlegungen tatsächlich relevant sind, untermauern die konvergenten Formbildungen der Flügel vieler kleiner und kleinster Insektenarten aus den unterschiedlichsten Ordnungen. So finden sich »Fransenflügler« z.B. auch unter den Käfern (Coleoptera: Ptiliidae, Staphylinidae), den Schmetterlingen (Lepidoptera: Pterophoridae) oder den Hautflüglern (Hymenoptera: Mymaridae, s. Abb. 3).

Die Fluggeschwindigkeit der Thysanopteren schwankt zwischen 10cm/s und 50cm/s. Sie ist damit fast immer geringer als die Luftbewegung. Ein gerichteter Flug scheint dadurch nahezu unmöglich. In der Regel dürften die Tiere also durch Luftströmungen und Winde verdriftet werden.

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